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Positiv Leben – wie viel ist zu viel?

04.07.2010 | Abgelegt in: Positive Psychologie

Wie viel ist zu viel?

Von Dr. Eva B. Müller

Sie sind ein positiver Mensch und halten Positive Psychologie für eine neue Antidepressionstherapie? Falsch gedacht!

Professor Barbara Fredrickson, neben Martin Seligman und Mihaly Csikszentmihalyi eines der Gesichter der noch jungen Disziplin der Positiven Psychologie, stellt klar, dass Positive Psychologie keine neue Therapie für Depressionen ist, sondern ein wissenschaftlich erforschter „Way of Life“, der es auch sehr positiv eingestellten und erfolgreichen Menschen ermöglicht, ihre Zufriedenheit, ihr Glück und ihren Erfolg zu steigern.

Wie verhalten sich positive Menschen?

Seit 10 Jahren erforschen Fredrickson und ihre Mitstreiter positive Gefühle. Ihre Grundfrage lautet nicht: Was kann man tun um aus einer negativen Stimmungslage wieder in einen neutralen Zustand zu kommen, sondern: Wie verhalten sich positive und glückliche Menschen und was können wir alle daraus lernen?

Die Broaden and Build Theorie

Fredrickson formuliert ihre Broaden and Build Theorie der positiven Gefühle. Menschen, die glücklich sind, haben eine größere Kreativität, lösen daher Probleme schneller und sicherer und erleben somit weitaus weniger Stress als andere, nicht so positiv lebende Artgenossen. Um glücklich und positiv zu leben, nutzen diese Menschen eine Reihe von Techniken, die Fredrickson in ihrem Buch „Positivity“ ausführlich darstellt.

Wie viel ist genug?

Fredrickson sieht kein Ende nach oben. Jeder kann jeden Tag glücklicher und positiver leben. Nach unten gibt es allerdings eine Grenze, nämlich das 3:1 Ratio.

Auf ein negatives Gefühl müssen drei positive Gefühle kommen – pro Tag.

Fredrickson erklärt: Negative Gefühle müssen sein, sie sind uns Antrieb und Motivation, wie ein Segelboot, dass einen Kiel hat, der es fest am Boden hält aber auch Segel braucht, um weiter zu kommen und auch einmal gegen den Wind zu segeln. Ausschließlich positive Gefühle zu haben wäre nicht zuträglich, denn das Leben ist nicht nur rosarot.

Nur echte Gefühle sind gesund

Die positiven Gefühle die wir erleben müssen echt sein. Gespielte Positivität macht krank, das haben viele von Fredricksons Studien erwiesen. Die meisten Amerikaner kommen auf ein Ratio von 2:1, erzählt Fredrickson und sagt: „Bei 1:1 kann man schon von Depression sprechen“.

Wie kann man 3:1 erreichen?

„Seien Sie offen, wertschätzend, mit beiden Beinen auf dem Boden und neugierig“ – das ist das Mindset der Positivität, lautet Fredricksons Kurztipp.

Offen sein heißt auch, nicht ständig an die Vergangenheit oder an die Zukunft zu denken, sondern offen zu sein für den Moment, in dem man sich gerade befindet, für die Menschen, die Umgebung, die Ideen. Zu viele „mentale Zeitreisen“ in Vergangenheit und Zukunft sind nicht unbedingt ein Anzeichen für Offenheit, wie Fredrickson ausführt.

Wie sieht mein Ratio aus?

Wer einen ersten Schritt in Richtung 3:1 machen möchte, oder auch nur sein Ratio überprüfen möchte, dem sei Fredricksons Website ans Herz gelegt: www.positivityratio.com. Die Seite ist nur auf Englisch verfügbar – also die erste Möglichkeit für Sie, sollten Sie des Englischen nicht mächtig sein, Ihre Offenheit und Neugier an den Tag zu legen.


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